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Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken

Schmidt-Nummer: S-5955

Online seit: 31st December, 2016

SECHZEHNTER VORTRAG

Dornach, 20. September 1924

Meine lieben Freunde! Jetzt möchte ich zuerst auf etwas zurückkommen, um bei unserer Betrachtung dann davon auszugehen. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie in der Tat, wenn man es richtig betrachtet, das Merkwürdige sich herausstellt, daß in den unterbewußten Sehnsüchten der Menschenseele heute wirklich ein starkes Bedürfnis nach Spiritualität lebt, und daß dasjenige, was auf der Oberfläche verläuft, was äußerlich auf dem physischen Plane erlebt wird, im Grunde etwas ganz anderes ist als das, was in Wahrheit in den Seelen der heutigen Menschen vorgeht. Nun gibt es dafür gerade heute, ich möchte sagen, eine verblüffende Tatsache. Ich habe vor einigen Tagen erwähnt, wie merkwürdig sich nach und nach der Inhalt meiner Arbeitervorträge gestaltet durch die Fragen, die von den Arbeitern gestellt werden, und wie da in der Tat etwas gesehen werden kann von den Sehnsüchten, die sich entwickeln. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß man heute aus dem Geist der Apokalypse heraus zu den Leuten sprechen kann, wenn man nur den entsprechenden Ton findet. Wenn man nicht gleich mit der Apokalypse selbst kommt, so kann aus dem Geiste der Apokalypse heraus gesprochen werden wie unter uns.

Nun hat sich heute die verblüffende Sache ereignet, daß ich für die heutige Betrachtung bei etwas angekommen bin, was ich Euch zu sagen habe, was sich aus dem ganzen Zusammenhang ergibt. Und heute morgen, als ich meinen Arbeitervortrag hielt, wo dies ja schon vollständig feststand, was wir jetzt zu betrachten haben, wurde von den Arbeitern eine Frage gestellt, bei der es notwendig wurde, naturwissenschaftliche Dinge vorzubringen, die ich heute hier vor Ihnen vorzubringen vorhatte. Da sehen Sie, wie unterirdische Wirkungen da sind, Sie sehen, wie das, was hier real-spirituell geschieht, indem diese Vorträge gehalten werden, dort Sehnsüchte hervorruft, die sonst nicht da wären. Es wäre nie dazu gekommen, den heutigen Vortrag dort so zu halten, wenn nicht hier über die Apokalypse gesprochen würde. Und dennoch ist der Vortrag dort gehalten worden auf eine Frage hin, die gestellt worden ist, die ich aber äußerlich nicht kannte. Daran möchte ich zeigen, wie in der Tat unsere Zeit ergriffen wird von einem spirituellen Leben, das vielfach nur in den Unterbewußtseinen vorhanden ist und das vor allen Dingen den Priester angeht, der suchen muß, inwiefern aus den Seelen die Geneigtheit herauskommt, auf Spirituelles einzugehen.

Nun werden wir hier die Betrachtungen so anzustellen haben, daß es unter dem Geiste der Apokalypse geschieht. Sie sind unter den Umständen hier heute das Gegebene, aber heute morgen mußte ich von ganz anderen Gesichtspunkten aus auf eine Frage hin einiges über dieselbe Sache andeuten. Solche Dinge muß man ganz ernst nehmen, sie sind bedeutsam. Sehen Sie, wir müssen uns nämlich fragen, meine lieben Freunde, wie noch intimer, ich möchte sagen, die Terminologie des Apokalyptikers ist. Auf der Grundlage desjenigen, was ich schon gesagt habe, und wenn Sie alles zusammennehmen, was gesagt worden ist, werden Sie verstehen, daß der Apokalyptiker, wenn er davon spricht, wie der Mensch in der ganzen Welt drinnensteht, im Grunde genommen eine Einheit vor sich hat von Sternenwelt und Erdenwelt, daß er das menschlich Wesenhafte ebenso an die Sternenwelt anknüpft wie an die Erdenwelt. Nun, sehen Sie, handelt es sich darum, daß wir auch auf das ganz Reale hinweisen müssen, was der Apokalyptiker meint, wenn er von Tieren spricht, von dem siebenköpfigen und dem zweihörnigen Tiere. Wir haben bis jetzt sozusagen rein auf dasjenige hingewiesen, was innerlich menschlich erlebbar ist. Aber Sie werden überall finden: Wo der Apokalyptiker so spricht, daß er von den Ruhesternen, von den Fixsternen spricht, da spricht er von dem göttlichen Geist, wie man so das ganze Mittelalter hindurch noch gesprochen hat. Wo er von den Wandelsternen, von den Planeten spricht, da spricht er von engelischen Intelligenzen, von Intelligenzen, die Engelcharakter, hierarchischen Charakter tragen. Wenn er aber von Tieren spricht, meint er auch etwas so Konkretes. Er läßt den Menschen teilnehmen mit Bezug auf seine Wesenheit sowohl an dem Kristallhimmel wie am Fixstern- und Planetenhimmel, aber auch an demjenigen, dem in seiner ganzen Entwickelung die Tierheit zugrundeliegt, diese fortwährend in der Apokalypse eine gewisse Rolle spielenden Tiere. Was sind denn diese nun in der äußeren physischen Realität der Welt?

Überall, wo der Apokalyptiker vom Tiere redet, redet er eigentlich von der Kraft und Wirksamkeit von Kometen. Und erst, wenn Sie nun auch noch diese Terminologie kennen, wird Ihnen manches Licht aufgehen über das, was der Apokalyptiker schon gewußt hat über die Natur des Kometarischen, was dann aber vollständig vergraben worden ist. Deshalb wollen wir im Zusammenhang mit der Apokalypse einmal etwas über die Natur des Kometarischen ins Auge fassen. Ich möchte Ihnen das so darstellen: Sehen Sie, wenn man einfach das kopernikanische Weltsystem nimmt, so wie es nun einmal heute in der Schule behandelt wird (es wird an die Tafel gezeichnet): Sonne, Merkur, Venus, Erde, Mars, dann Jupiter, Saturn, und dazu kann man noch Uranus und Neptun zeichnen, dann findet man eine soweit berechenbare Regelmäßigkeit, daß man - wenn man nicht gerade arge Fehler macht in der Berechnung und wenn man auch die Dinge in Betracht zieht, die immer als Korrektur eingefügt worden sind - nur das Fernrohr dahin zu richten braucht, wo aus der Berechnung sich der Punkt ergibt, und findet den Stern dort im Fernrohr. Das sind berechenbare Dinge. Nun aber sind ja in diesem Planetensystem darinnen die verschiedenen Kometenbahnen. Diese Bahnen lassen sich für viele Kometen auch berechnen und diese Berechnungen zeigen ja ganz merkwürdige Ergebnisse, solche, die, ich möchte sagen, einen eigentlich außer Rand und Band bringen könnten, wenn man sie einfach so nimmt, wie sie aus der heutigen astronomischen Berechnung folgen. Ich will nur von einem ausgehen.

Tafel 11

Es war im Jahr 1773, da wurde in Paris bekanntgemacht, Lalande, der berühmte Astronom, würde in der Akademie einen Vortrag halten über Kometen. Es verbreitete sich das Gerücht, er würde beweisen, daß noch im Jahr 1773 ein Zusammenstoß stattfinden würde zwischen einem Kometen und der Erde; wenn man die Bahn des Kometen berechne, so komme die Kometenbahn mit der Erdbahn zur Kreuzung und es müsse ein Zusammenstoß erfolgen. - Sie müssen sich nur einmal die Stimmung der Menschen in der damaligen Zeit vorstellen. Durch das Gerücht brach in Paris eine furchtbare Panik aus, zumal über die Nachricht, daß die Polizei, die ja immer auf ihrem Posten ist, gar nichts anderes habe tun können, als diesen Vortrag zu verbieten, da es ein gefährlicher Vortrag sei. Unter dem Eindruck dieses Gerüchtes gab es Fehl- und Frühgeburten in großer Menge, Todesfälle bei Schwerkranken, und katholische Priester hatten durch Erteilen von Absolutionen riesige Einnahmen, weil die Leute alle zur Beichte liefen und die Sakramente haben wollten, bevor die Welt untergeht. Dadurch, daß der Vortrag gar nicht stattgefunden hat, ist nicht gleich herausgekommen, was Lalande eigentlich in dem Vortrag hatte sagen wollen. Nun, die Berechnung von Lalande stimmte soweit. Es konnte die Berechnung gar nichts anderes ergeben, als daß ein bestimmter Komet die Erdbahn kreuzen würde, und wenn er mit der Erde zusammenstoßen würde, durch den Zusammenstoß ganz gewiß die Meeresmassen vom Äquator aus mit riesigen Überschwemmungen nach den zwischen Nord- und Südpol liegenden Ländermassen fließen müßten. Es ist das Furchtbare zwar nicht geschehen, aber die Berechnung hat doch gestimmt.

Was da eigentlich zugrundeliegt, meine lieben Freunde, das kann sich aufklären, wenn wir die Sache bei einem anderen Kometen betrachten, nämlich bei dem berühmten Bielaschen Kometen. Mit Recht beobachtete man 1832 mit großer Aufmerksamkeit die Bahn des Bielaschen Kometen und alles, was sich mathematisch aus dessen Bahn prophezeien ließ. Und das damalige Erscheinen dieses Kometen bewahrheitete auch alle Berechnungen. Der Komet kam so nahe an die Erde heran, daß man sich sagte: Er kommt jedesmal näher an die Erde heran, das wird einmal gefährlich werden. - Und da der Bielasche Komet etwa alle sechs bis sieben Jahre so erscheint, daß er in die Nähe der Erdbahn kommt, wurde insbesondere die Erscheinung in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit riesiger Aufmerksamkeit verfolgt, denn da war der Komet nach der Berechnung bereits so nahe an die Erdbahn herangekommen, daß er dreizehnmal weniger als der Mond von der Erdbahn entfernt war. Also schon eine recht üble Sache. Als der Komet nun fortfuhr, der Erdbahn immer näher zu kommen, fiel den astronomischen Beobachtern auf, daß er immer lichtschwächer wurde, je näher er kam. Als man ihn 1846 wieder beobachten konnte, stellte sich heraus, daß der Komet, als er in die gefährliche Erdennähe kam, nicht nur lichtschwächer war, sondern es waren zwei da; er hatte sich gespalten, er war auseinandergekommen. Die sechziger Jahre waren ungünstig für die Beobachtung, und nun war man erst recht neugierig auf die nächste Erscheinung des Kometen, die 1872 kommen sollte. Denn wenn die Berechnung so klappte, wie es bei Lalande für den Kometen von 1773 geklappt hatte, so mußte eigentlich dazumal das Furchtbarste mit der Erde vorgehen. Ich war damals noch ein kleiner Bub, 1872, aber ich erinnere mich noch sehr genau, wie überall in der Gegend, wo ich war, aber selbstverständlich auch in anderen Gegenden, Broschüren vertrieben wurden: Die Welt geht unter. - Über den Weltuntergang wurde recht viel gesprochen und viel darüber geschrieben. Man erwartete dies Ereignis schon mit einer gewissen Bangigkeit, ohne daß ich jetzt eine Statistik angeben könnte über die Fehlgeburten und Todesfälle und Absolutionen. Es kam dieser Tag heran - ich weiß mich sehr gut zu erinnern, wie da alles in Aufregung wartete -, und siehe da, der Komet kam überhaupt nicht wieder. Dafür kam der wunderschönste, herrlichste Meteorregen. Ein ganz wunderbarer Meteorregenfall, wie wenn ein nächtliches Feuer in vielen versprühenden Fünkchen vom Himmel herunterfiele auf die Erde. Der Komet hatte sich zunächst in zwei Teile und dann weiter gespalten in lauter kleine Splitterchen, die von der Atmosphäre der Erde aufgenommen werden konnten, die mit dem Wesen der Erde verbunden wurden. Er hat den Weg eingeschlagen, von der Erde absorbiert zu werden.

Nun, sehen Sie, es erschien damals 1832 von einem bedeutenden Astronomen, Littrow, eine Abhandlung, die war sehr interessant. Ich kann Ihnen heute noch nur raten, beschäftigen Sie sich damit, sie war höchst interessant mit genau stimmenden feinen Berechnungen. Da hat ein aufgeklärter Mensch über die Sache geschrieben. Er hat eine Berechnung aufgestellt und hat dabei alle Dinge in Erwägung gezogen. Er hat ausgerechnet, daß ein großes Unglück noch nicht hätte geschehen können durch einen Zusammenprall 1832, aber es wäre die Sache doch so, daß, wenn alle Verhältnisse so fortbestünden wie damals, als man die Kometenbahn berechnet hat, als der Komet noch eine Einheit und nicht zerspalten war, unbedingt eine Katastrophe würde eintreten müssen 1933. Das stimmt, 1933. Das heißt, wenn der Komet so geblieben wäre, wie er war, würde unbedingt die Katastrophe 1933 eintreten, daß alle Meere in riesigen Fluten so über die Erde verteilt würden, daß alles Leben auf der Erde ersterben müßte. Aber der Komet hat sich vorher aufgelöst, er wird in Partikeln von der Erde aufgenommen, die Erde nährt sich von dieser Weltsubstanz. Und statt daß 1933 - wir sind ja nicht weit davon - der Zusammenstoß erfolgt, wird das, was die Erde schon aufgenommen hat, durch andere Substanzen vergeistigt, und das Geistige steigt auf. Die Erde verdaut den Kometen, das Geistige steigt auf. Meine lieben Freunde, so steigt von Zeit zu Zeit in der Erde vergeistigtes Kometarisches auf.

Nun will ich Ihnen sagen, was das für einen Sinn hat. Es hat einen tiefen Sinn im Weltenzusammenhang. Ich habe ja öfters die grotesken Tatsachen hervorgehoben, die sich ereignet haben bei der Inaugurierung der Eisenbahn. Da ist nicht nur das passiert, daß der Berliner Postminister, als man den Vorschlag gemacht hat, er solle eine Bahn bauen lassen, sagte, er schicke jede Woche zwei Postwagen und niemand sitze darin, was habe also das Bauen einer Eisenbahn für einen Sinn, sondern es wurde auch ein ärztliches Kollegium in Nürnberg um ein Gutachten gefragt, ob man die Eisenbahn bauen solle von Nürnberg nach Fürth, und da hat das Ärztekollegium das Urteil abgegeben: Nein, man solle keine Eisenbahn bauen, denn die Nerven der Menschen würden furchtbar darunter leiden; die Menschen könnten dem nicht ausgesetzt werden, ohne daß sie Schaden leiden würden an Leib und Seele. Wenn man sich aber doch gezwungen fühle, so sagte das Kollegium, dem törichten Drange der Menschen nachzugeben, so gebe es wenigstens den Rat, links und rechts der Bahn hohe Bretterwände aufzurichten, damit die Bauern nicht Gehirnerschütterung bekommen. Dieses wissenschaftliche Votum hat damals das gelehrte Kollegium von Nürnberg abgegeben. Man lacht heute darüber, weil man denkt: Wie sind die Leute damals kleingeistig gewesen. Aber - ich habe das auch schon öfter erwähnt - ich kann in demselben Sinne nicht in Lachen ausbrechen, weil nach dem damaligen Stande der Wissenschaft das gelehrte Kollegium recht hatte. Wahrhaftig, wenn man die damalige wissenschaftliche Kunst nimmt, konnte man nicht anders als sagen: Wenn die Leute in den Eisenbahnen fahren, werden sie ihre Nerven ruinieren. Bis zu einem gewissen Grade ist das auch der Fall. Wenn Sie die heutigen Nerven der Menschen mit denen früherer Menschen vergleichen, werden Sie einen kleinen Anhaltspunkt bekommen, um den Nürnberger Ärzten nicht ganz Unrecht zu geben. Denn ich habe als gewiß immer gehört, die Nürnberger hängen keinen, den sie nicht erst haben; und so meine ich, brauchen sie auch keine andere Wissenschaft als sie heute eben haben - Herr Dr. Rittelmeyer wird mir recht geben. So sagte in Wirklichkeit die Wissenschaft nichts anderes - und sie hätte damit recht - als: Wenn es keine Kometen gäbe, dann würden die Menschen in der Tat die Anforderungen, die an die Menschenphysis auf dem Umwege durch den Astralleib gestellt werden, nicht haben durchmachen können, wenn dieser Astralleib, der das Tierhafte im Menschen darstellt, nicht fortwährend seine Korrektur, seine richtige Therapie erführe durch dasjenige, was durch die absorbierten Kometensubstanzen wieder zurückgestrahlt wird an die Oberfläche der Erde und ausgleichend auf die Menschenfähigkeiten wirkt.

Sehen Sie, da haben Sie den Menschen in einer merkwürdigen Weise hineingestellt in das Weltall. Jetzt beschreiben Sie so etwas wie den Bielaschen Kometen von 1872: Feuer fällt vom Himmel, die Erde nimmt es auf, so daß derjenige, der geistig schauen kann, sieht, wie wieder etwas zurückkommt und den menschlichen Astralleib in günstigem oder auch ungünstigem Sinne beeinflußt. Es gibt Kometen, die den Menschen so beeinflussen, wie ich es jetzt geschildert habe, daß sie seine Nervosität therapeutisch ausgleichen, und solche, die da wilde Kräfte des Astralen entfesseln, wenn sie, nachdem die Erde sie absorbiert hat, wieder heraufdringen. So sieht der Apokalyptiker auf Kometenerscheinungen hin und schildert mit den Tieren zugleich die Kometenerscheinung, er parallelisiert sie, weil sie sich nach ihren Phänomenen parallelisieren lassen, er parallelisiert sie mit dem siebenköpfigen Tier, weil sie damals in jener Zeit noch viel mehr mit dem ganzen Physischen zusammenhingen, und weil in der Tat in einem Kometen, der siebengespalten war, eben himmlisch zum Ausdruck kam, was auf der Erde geschah. Und so wird auch das mit dem zweihörnigen Tier, was ich Ihnen ausgeführt habe, auf die Kometengestalt bezogen: der Komet mit den zwei Schwänzen.

Ja, meine lieben Freunde, an die Kometen hat sich wüster Aberglaube angeschlossen, und der wüste Aberglaube, der sich an die Kometen angeschlossen hat, hat verhindert, daß man die Kometen überhaupt in ihrer richtigen Bedeutung berücksichtigt hat, abgesehen davon, daß man ihre Bahnen berechnet hat und belästigt worden ist durch die Launenhaftigkeit ihres Auftretens. Höchstens, daß mal ein guter Kopf wie Hegel sich herbeigelassen hat, auf andere Zusammenhänge des Kometenwesens mit dem irdischen Wesen aufmerksam zu machen. Hegel, der ja nicht gerade es ausgeschlossen hat, manchmal seine Freude zu haben an einem Gläschen perlenden Wein, hat die ganz richtige Wahrnehmung gemacht, daß gute und schlechte Weinjahre mit den Kometen zusammenhängen.

Nun bedenken Sie einmal die Sache in großen kosmischen Zusammenhängen, meine lieben Freunde. Die Erde verzehrt die Kometensubstanz, sie gibt sie spiritualisiert wieder von sich und das vereinigt sich mit den Astralleibern der Menschen in gutem und in bösem Sinne. Das, was wir in einer gewissen Epoche am Himmel oben sehen als Kometen, wo ist es nach dieser Epoche? Ich habe in Paris 1906 in einem Vortrage darauf aufmerksam gemacht - während man in der äußeren Wissenschaft noch nicht entfernt von der Sache sprach, später ist es auch spektralanalytisch gefunden worden -, daß in der Kometensubstanz Cyan enthalten ist, Verbindungen von Kohlenstoff und Stickstoff. Das bedeutet sehr viel, denn Cyan wird, in jener geringen Menge auf der Erde verteilt, zur Läuterung der astralen Leiber gebraucht. Ein ungeheuer bedeutender kosmischer Arzt ist im Kosmos tätig, der solche Therapien mehr oder weniger fortwährend ausführt. Bedenken Sie: Das, was man in einer Epoche oben am Himmel sieht als Komet, das atomisiert sich, wie ich es beschrieben habe, es kommt als Feuerregen vom Himmel, später ist es im Erdboden, noch später geht es über vom Erdboden in die Pflanzen, in Wurzeln, Stengel, Blätter, Blüten. Wir essen die Kometeneinschläge, das kometarische Ferment, das vom Kosmos der Erde gegeben wird, wir essen es mit unserem Brote. Da schaut der Apokalyptiker auf die Erscheinung hin: Von einem Kometen günstige, vom anderen ungünstige Wirkungen erheben sich in ihrer Geistigkeit. Aus der Gefangenschaft der Erde wird los sein das Tier; das ist im kosmischen Sinne der Komet. Das Tier wird los sein, das bedeutet etwas für die.Entwickelung der Menschen. So wird auf sehr starke Realitäten hingewiesen, auf große bedeutende Punkte in der Entwikkelung der Menschheit und der Erde.

1933, meine lieben Freunde, bestünde die Möglichkeit, daß die Erde mit allem, was auf ihr lebt, zugrunde ginge, wenn nicht die andere weise Einrichtung da wäre, die sich nicht errechnen läßt. Es ist so, daß die Berechnungen nicht mehr stimmen können dann, wenn die Kometen andere Formen angenommen haben. Man müßte im Sinne des Apokalyptikers sagen: Ehe denn der ätherische Christus von den Menschen in der richtigen Weise erfaßt werden kann, muß die Menschheit erst fertig werden mit der Begegnung des Tieres, das 1933 aufsteigt. - Das ist apokalyptisch gesprochen. Da verbindet sich die geistige Betrachtung mit der Naturbetrachtung. Da wird dasjenige, was im Weltenall ist, in seinem spirituellen Grundcharakter klar. Nehmen Sie die Beschreibung der Bauern von 1872, die draußen standen und diesen Lichtregen betrachteten und fügen Sie hinzu, was man geistig wissen kann, wie ich das skizziert habe, und vergleichen Sie das mit mancher Beschreibung in der Apokalypse, und Sie werden sehen, daß eine wörtliche Übereinstimmung da ist, Sie werden sehen, daß tatsächliche Naturereignisse gemeint sind in der Apokalypse.

Das ist dasjenige, was auch mit Recht sagen läßt: Die Apokalypse ist ein Buch mit sieben Siegeln. Man muß sie in dieser Weise entsiegeln, damit man darauf kommt, was eigentlich gemeint ist. Wenn dann die Leute fragen, warum gibt der Apokalyptiker ein Buch mit Siegeln?, dann erscheint mir diese Frage eigentlich nicht viel weiser als die: Warum versiegeln wir unsere eigenen Briefe, wenn wir sie verschlossen schicken? - Damit diejenigen sie nicht lesen, für die sie nicht geschrieben sind. - So ist es auch beim Apokalyptiker. Er wollte eben, daß die Apokalypse nur gelesen wird von denen, die dazu berufen sind. Es versteht keiner, das Siegel aufzumachen, der nicht erst, ich möchte sagen, das Messer dazu erhält von den geistigen Mächten.

Nun, meine lieben Freunde, in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, 1872, wo der Komet wiederkommen sollte, war dieser Lichtregen da, das heißt, es war alles schon viel geistiger als bei dem früheren Herankommen dieses Kometen. Dieser Komet wird jetzt immer nur so erscheinen, daß er in einem Regen von Lichtstrahlungen sich auf die Erde ergießt. Aber am Ende der siebziger Jahre war es so, daß in diesem Lichtgoldregen die Michaelherrschaft an die Erde herankam.

So haben Sie Naturereignisse, die eigentlich Geist-Ereignisse sind, und Geist-Ereignisse, die die Gewalt haben, Naturereignisse zu sein. Und nur, wenn Sie so die Welt durchschauen, daß alle Naturereignisse Geist-Ereignisse werden und daß alle Geist-Ereignisse die Intensität von Naturereignissen haben, dann werden Sie zu einer wirklichen Einsicht in die Weltgestaltung kommen. Dann wird sich Ihnen Moralisches und Natürliches in einer Evolution zusammenfügen und die Geneigtheit entstehen, Erkenntnisse aufzunehmen als Inhalt des religiösen Lebens. Dann braucht man nicht mehr zur Ausflucht zu greifen, daß Erkenntnis nicht der Inhalt des religiösen Lebens sein dürfe, sondern bloß der Glaube.

Das ist es, was Sie gewinnen können durch eine tiefere Betrachtung der Apokalypse. Ich hoffe, daß wir morgen oder übermorgen mit den Betrachtungen fertig werden.




Zuletzt aktualisiert: 24-Mar-2024
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